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Wanderungen durch die Mark Brandenburg Mit Fontane durch Jahr und Land & Bildern von Manfred Pietsch   In  diesem Kalender wandern Sie mit Fontane durch die Mark Brandenburg. Sie starten an der Zitadelle Spandau, kommen an Rheinsberg vorbei, schauen auf die blühenden Rapsfelder auf dem Hohen-Barnim, machen einen Abstecher zur Pfaueninsel, fahren Kahn durch den Spreewald und beoabachten Fischer auf dem Teupitzsee. …und das waren nur einige Stationen…  Jetzt wandern. Fontane-Kalender-2019 200 Jahre  Theodor Fontane Der Kalender zum Fontane-Jahr
”Erst    die    Fremde    lehrt    uns,    was    wir    an    der Heimat    besitzen.    Das    hab    ich    an    mir    selber erfahren,     und     die     ersten     Anregungen     zu diesen Wanderungen   durch   die   Mark   sind   mir auf    Streifereien    in    der    Fremde    gekommen.            Die   Anregungen   wurden Wunsch,   der Wunsch wurde Entschluß.” Theodor Fontane  aus “Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Vorwort Band I„ Die Grafschaft Ruppin“ , 1. Auflage November 1861
„Meine    frühen    Landschaftseindrücke    empfing    ich    in    der Niederlausitz.   Ich   kannte   noch   die   Auen, Weiden   und   Felder und   die   riesigen Wälder,   …die   herrlichen   Grubenteiche   und Spreeauen.   Das   setzte   sich   tief   in   mir   fest,   wie   sich   zeigt   und wurde    ein    bleibendes    Formen-    und    Farbengut.    Mit    einer kleinen     Auswahl      meiner      Bilder      will      ich      dem      Land Brandenburg    ein    dankbares    Bekenntnis    meiner    Herkunft widmen.“ Manfred Pietsch Vorwort zu „Brandenburg – Meine Bilder“ 2015
Fontane 200-Kalender2019 Fontane 200-Rheinsberg Fontane 200-Kalender 2019
“Das Ganze hatte, dem entsprechend, mehr einen Bruch- als einen Waldcharakter, obwohl ein großer Teil des Sumpfes mit Eichen bestanden war. Alle Jahre stand das Bruch zweimal unter Wasser, nämlich im Frühjahr um die Fastenzeit, nach der Schneeschmelze an Ort und Stelle, und um Johanni, wenn der Schnee in den
Sudeten schmolz und Gewitterregen das Wasser verstärkten. Dann glich die ganze Niederung einem gewaltigen Landsee, aus welchem nur die höher gelegenen Teile hervorragten; ja selbst diese wurden bei hohem Wasser überschwemmt.” (ebd. Bd. II, Das Oderland-Das Oderbruch und seine Umgebungen-Das Oderbruch)
Fontane-Lübbenau-Spreewaldmuseum
Holzhaus mit Azaleenstrauch  in Lehde - 1995
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Oderhochwasser III - 2003
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April ÖPNV ohne Benzin. Nein, nicht jetzt. Früher. Die     Entwicklung     des     gasbetriebenen     Busses     für Wiesbaden     startete     mit     Einführung     der     Benzin betriebenen   Busse   1922/1929.   Sehr   vorausschauend, denn    die    Knappheit    des    Gutes    Treibstoff    begann bereits     vor     dem     Zweiten     Weltkrieg.     Man     war vorbereitet:   Busse   mit   Gasballon   büßten   lediglich   ca. 10%      ihrer      Fahrleistung      ein,      dafür      war      das Anfahrtsmoment     schneller.     Zunächst     nutzte     man Flüssig-gas,    doch,    als    dessen    hoher    Bedarf    eine Knappheit absehbar machte, stellte man auf
Niederdruckgas   um.   Hierbei   sind   die   gründlichen   Studien   sowie   die   Zusammenarbeit   u.a.   mit   den Pariser und Berliner Verkehrswerken zu erwähnen. Auf   dem   Bild   ganz   links   sehen   Sie   die   erste   Tankstelle,   welche   die   Linie   zwischen   Erbenheim   und Schierstein   versorgte.   Der   Ladevorgang   dauerte   gerade   einmal   drei   Minuten,   weitere   Tankstellen legte   man   einfach   an   die   stark   frequentierten   Haltstellen.   Als   im   Krieg   die   Benzinversorgung immer     schwie-riger     wurde,     konnten     Otto/Diesel-Motoren     sogar     während     der     Fahrt     auf Gasversorgung    umgestellt    werden.    Auch    nach    Kriegsende    blieben    die    “Knallbusse”,    wie    sie genannt   wurden,   ein   treuer   Weg-begleiter   für   die   Wiesbadener.   Die   letzte   Busfahrt   wurde   1953 feierlich   begangen.   Ja,   und   geknallt   hat   es   ab   und   an,   doch   weniger   und   folgenloser,   als   man vermuten   könnte:   schließlich   wurden   Gasflaschen   mitgeführt.   Der   “Tank”   war   auf   dem   Dach   und wurde durch ein Rohrgestell, mit Planen umkleidet, gegen Wettereinflüsse geschützt. Ganz   anders   der   O-Buss   (Oberleitungsbus)   auf   dem   Bild   links.   Schon   das   Ziehen   der   Leitungen   war ein   Problem,   sollten   doch   Kurgäste   nicht   mit   Strippen   über   der   Wilhelmstraße   und   zum   Nerotal   hin konfrontiert   werden;   und   die   Mittelachse   vom   Hauptbahnhof   aus   sollte   unverbaut   bleiben,   damit ankommende Reisende sogleich den freien Blick auf den Taunus genießen können. Mit   der   Fahrt   Dotzheim-Boseplatz   begann   1948   die   Ära   der   O-Busse.   Sie   blieben,   auch   aufgrund verkehrspolitischer   und   betriebswirtschaftlicher   Entscheidungen,   die   die   Wiesbadener   im   Ringen um   Fortkommen   und   Anbindung   nicht   durchgehend   nachvollziehen   konnten,   ungeliebt.   Als   es am   19.01.1951   zu   einem   schweren   Unfall   auf   der   Biebricher   Allee   kam,   bei   dem   es   eine   Tote   und zahlreiche   Schwerverletzte   gab   -   eine   Kardanwelle   war   gebrochen   und   das   Bremsen   daraufhin unmöglich    -    wurde    das    Ende    der    O-Busse    von    verschiedenen    Seiten    aus    betrieben    und herbeigesehnt; es trat 1963 ein.
Wiesbaden-Kalender 2019
Titel und Dezember - Die “Chemische Werke Kalle & Co”, später “Kalle & Co AG” - gegründet 1863. Kochen   wir   heute   Marmelade,   füllen   wir   die   bunten   Fruchtschätze   in   Twist-Off-Gläser.   Aber   erinnern   Sie   sich   noch an die Abdeckung, die Ihre Mutter/Großmutter verwendet hat? Durchsichtige   schimmernde   Blätter   wurden   für   die   Glasöffnung   zurechtgeschnitten,   manchmal   noch   in   Alkohol getunkt, sorgsam über den Deckelrand gelegt und mit einen Gummi fixiert. Und    das    hielt    bis    die    Gläser    einzeln    freigegeben    wurden.    Man    konnte    jedes    Glas    verwenden    und    dies    war günstiger   als   viele   Weck-Gläser   zu   nutzen;   diese   wurden   für   höheren   Aufgaben   vorgehalten.   Diese   “Wunder-Folie” war   aber   empfindlich   gegen   Wasserdampf,   weshalb   man   die   Marmelade   erst   abkühlen   lies.   Noch   heute   trennen sich   Marmeladekocher   in   zwei   Lager:   gleich   verschließen   oder   erst   kalt   werden   lassen.   Das   könnte   die   Ursache sein.   Der   Name   dieser   geheimnisvollen   Folie   ist   Cellophan ”:   eigentlich   der   Marken-Name   von   Kalle,   wurde   er rasch   ein   Synonym   für   transparente   Schutzhüllen.   Damit   wären   wir   beim   ersten   Produkt   aus   dem   Hause   Kalle,   das Menschen   seit   Mitte   der   1920er   im   Haushalt   und   Handwerk   begleitet   hat.   “Cellophan”   und   “Plastik”   sind   im Übrigen    zwei    völlig    unterschiedliche    Produkte:    Das    Erstere    wird    aus    nachwachsenden    Rohstoffen    (Holz    und Cellulose),   Plastik   aus   fossilen   Rohstoffen   hergestellt.   Machen   Sie   den   “Knister-Test”:   Cellophan-Folie   knistert,   wenn man    sie    zusammenschiebt.    Hochwertige    Erzeugnisse    wie    z.B.    Pralinen    werden    in    Cellophan    verpackt,    auch Geschenkfolie ist aus Cellophan.
1928   entwickelte   sich   daraus   die   Wursthülle   “Nalo”,    dass   ist   diese   transparente,   nahtlose   Schutzhaut,   die   eine   (ganze)   Wurst   umschließt.   Ebenfalls auf   Cellulose-Basis   entwickelte   Kalle   das   Schwammtuch   “Wettex”.   Dies   sind   die   beiden   Produkte,   die   auch   heute   noch   als   Marktführer   weltweit von   der      “Kalle   GmbH”   produziert   und   verkauft   werden.   Kommen   wir   zum   Glutolin-Männchen ”   auf   dem   Titel:   Ab   dem   Jahre   1925   begann   Kalle mit   der   Produktion   von   Leim   und   Kleister.   Weitere   Namen   sind   Glutofix ”   sowie   das   Cellophan-Klebeband   oder   das   Nadir-Klebeband ”,   schon   mit diesem   Abroller/Abreisser,   den   wir   heute   Alle   kennen.   1923   entwickelte   man   Lichtpauspapiere    für   Foto   und   Film.   Ach   ja,   ab   1885   war   Kalle   auch   in die   Produktion   von   synthetischen   Pharmazeutika   eingestiegen.   Hier   ist   Bioferrin ”,   ein   Mittel   gegen   Blutarmut   -   unter   diesem   Namen   auch   heute noch   (bei   anderen   Anbietern)   erhältlich   -,   zu   nennen.   Auch   Jodol ”   zur   Desinfektion   oder   Antifebrin ”,   ein   fiebersenkendes   Mittel,   waren   in   der deutschen Hausapotheke zu finden. Diese   breite   Produktpalette   half   Kalle   in   all   den   Zeiten   als   Unternehmen   zu   überleben.   Begonnen   hatte   es   1863   eigentlich   mit   der   Produktion   von Farben   -   und   drei   Mitarbeitern.   1925   wurde   die   Farbenentwicklung-   und   produktion   in   die   (Farbwerke)   Höchst   AG   “ausgegründet.   Durch   den “Cellulose-Zweig”   konnte   Kalle   eigenständig   und   weiter   erfolgreich   sein.   Von   1952-1972   wieder   vereint,   ging   Kalle   1972   -   mit   rd.   8000   Mitarbeitern!   - endgültig   an   die   “(Farbwerke)   Höchst   AG”   über,   die   die   Fusion   mit   den   benachbarten   “Chem.   Werke   Albert”   sowie   den   Personalabbau   veranlasst hat.   Die   Zweige   der   Wursthülle   “Nalo”   und   “Cellulose”   wurden   getrennt   veräußert.   Auf   dem   ehemaligen   Firmengelände   befindet   sich   nun   der “Kalle-Albert-Industriepark”. Familienmitglieder   von   Kalle   waren   in   Wiesbaden   respektive   Biebrich   gesellschaftlich,   politisch,   demokratisch   und   sozial   engagierte   Bürger   -   und gute   Unternehmer.   Paul   Wilhelm   Kalle   (+1838,   †1919),   Gründer   der   “Chem.   Werke   Kalle”,   war   der   Chemiker   und   Erfinder.   Um   1900   besaß   Kalle   98 Patente,   160   Warenzeichen,   exportierte   90%   seiner   Waren   ins   Ausland,   was   sich   in   eigenen   Verkaufshäusern   in   New   York,   Moskau   oder   Warschau manifestierte,   und   beschäftigte   rd.   1300   Arbeiter   und   Angestellte.   P.   Kalle   war   zudem   in   der   Stadt-   und   Landespolitik   tätig.   Sein   Bruder   Friedrich Kalle   (*1871,   †   1915),   der   kaufmännische   Leiter   der   Werke,   legte   u.a.   den   Grundstein   für   eine   Betriebskrankenkasse   (1884),   richtete   eine   eigene “Sparkasse”   für   die   Beschäftigten   ein   und   führte   Arbeitnehmerrechte   in   Bezug   auf   Mitsprache   und   Mitwirkung   bei   betrieblichen   Angelegenheiten ein.   Er   übernahm   verschiedene   Funktionen   in   Politik   und   Verbänden   und   setzte   dort   sein   soziales   und   arbeitsrechtliches   Wirken   fort.   Volksbildung war   für   ihn   der   Schlüssel   zur   Lösung   der   “socialen   Frage”,   in   Wiesbaden   initiierte   er   u.a.   die   Schul-Gesundheitsversorgung,   ein   Modell,   das   heute noch   Anwendung   findet.   Wilhelm   Jakob   Ferdinand   Kalle   (+1870,   †1954)   wirkte   nach   der   Übernahmen   durch   IG   Farben   innerhalb   dieses   Konzerns für   Kalle   weiter.   Auch   er   engagierte   sich   für   die   Stadtpolitik,   was   damals   noch   “Biebrich-Politik”   war,   denn   Biebrich   war   eine   eigene   Stadt   und   kam erst   1926   zu   Wiesbaden.   Man   hat   den   Eindruck,   dass   eine   exponierte   unternehmerische   Position   und   “Global-Player-Dasein”   mit   persönlichem, gesellschaftlichem,   demokratischem   und   sozialem   Engagement   und   Sinn   für   das   Gemeinwesen   miteinander   vereinbar   sind.   Präsent   sind   Firma   und Familie   sicherlich   auch   wegen   des   Kalle-Freibades   zwischen   Biebrich   und   Schierstein,   das   1970   eröffnet   und   dessen   Bau   mit   einer   Spende   der   Firma Kalle   GmbH   unterstützt   wurde.   Bei   all   der   Verbundenheit   zu   Biebrich,   Wiesbaden   und   Nassau   hätte   das   den   drei   Kalle-Herren   und   deren   Frauen sicherlich   gefallen.   Der   Ruf   von   Kalle   hallt   nach:   Kalle-Arbeiter   waren   stolz,   Kalle-Arbeiter   zu   sein;   es   gab   Biebricher   Familien,   in   welchen   von   jeder Generation   mindestens   ein   Familienmitglied   bei   Kalle   gearbeitet   hat.   Die   stückweise   Auflösung   dieser   Firma   war   ein   Ende   der   Biebricher   Arbeiter- und Industriekultur.
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”Erst   die   Fremde   lehrt   uns,   was   wir   an   der   Heimat   besitzen.   Das   hab ich   an   mir   selber   erfahren,   und   die   ersten   Anregungen   zu   diesen Wanderungen    durch    die    Mark    sind    mir    auf    Streifereien    in    der Fremde   gekommen.   Die   Anregungen   wurden   Wunsch,   der   Wunsch wurde   Entschluß.”   Theodor   Fontane,   Wanderungen    durch    die    Mark    Brandenburg, Vorwort Band I„ Die Grafschaft Ruppin“ , 1. Auflage November 1861
„Meine       frühen       Landschaftseindrücke       empfing       ich       in       der Niederlausitz.   Ich   kannte   noch   die   Auen, Weiden   und   Felder   und   die riesigen Wälder,   …die   herrlichen   Grubenteiche   und   Spreeauen.   Das setzte   sich   tief   in   mir   fest,   wie   sich   zeigt   und   wurde   ein   bleibendes Formen-   und   Farbengut.   Mit   einer   kleinen   Auswahl   meiner   Bilder will   ich   dem   Land   Brandenburg   ein   dankbares   Bekenntnis   meiner Herkunft widmen.“ Manfred Pietsch Vorwort zu „Brandenburg – Meine Bilder“ 2015
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